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Die Kochart – Köstliches aus den Kitzbüheler Alpen

slow-Food Initiative „KochArt“

Anfangs belächelt, heute eine wahre Erfolgsstory

Acht Jahre sind seit dem Start der Slow-Food Initiative „KochArt – Köstliches ausden Kitzbüheler Alpen“ vergangen. Eine Handvoll innovativer Wirte war überzeugt von der Idee, regionale Qualitätsprodukte aus der heimischen Landwirtschaft in die Gastronomie und somit direkt auf die Speisekarten zu bringen.
Damals glaubten nur wenige Außenstehende an den Erfolg des Projekts. Heute ist die KochArt eine regionale Institution und hat nicht nur bei einheimischen Gästen für Aufsehen gesorgt.
„Neu erfunden haben wir das Rad nicht“, so Kurt Tropper, der Projektinitiator. „Wir sind einfach dem internationalen Trend gefolgt, der eine enorme Nachfrage für regionale Produkte
geschaffen hat. Wir haben uns gefragt, warum wir trotz idealer Bedingungen nicht in der Lage sind dem Gast heimische Qualitätsprodukte in ansprechender Menge und Vielfalt anzubieten.

Stattdessen werden Billigst-Lebensmittel quer durch Europa geliefert. Die Zeit war reif für ein derartiges Projekt. Viele Wirte haben das damals noch nicht gesehen; daher starteten wir vorerst nur mit fünf Betrieben.“

Kochart Brixental
Die KochArt zu Gast in Dänemark
v.l.n.r: Henrik Boserup, Kurt Tropper, Michael Grafl (Gasthaus Steinberg), Bo Lauridsen
Foto: ÖW Dänemark

Qualität ist oberstes Gebot

Heute sind es 22 Wirte aus den Kitzbüheler Alpen, die sich dem regionalen Konzept und Gedanken verschrieben haben. Oberster Maßstab ist die Qualität. Daher wird bei der KochArt ganz genau hingeschaut von welchem Betrieb die Produkte kommen. „Da kann 100-mal Tirol draufstehen, wenn die Qualität nicht passt, dann ist es kein Produkt für uns“, so Tropper. Gemeinsam mit der heimischen Landwirtschaft setzt die KochArt auf artgerechte Haltung und Aufzucht sowie biologische Fütterung. Neben dem „Bio-Hendl aus der Kelchsau“ und dem „Brixentaler Almschwein“ engagiert sich die KochArt für die Wiederbelebung von alten heimischen Tierrassen und arbeitet dabei eng mit dem Verein ARCHE Austria http://www.arche-austria.at zusammen.

„Natürlich ist es nicht immer möglich, Produkte direkt aus den Kitzbüheler Alpen zu bekommen, so ehrlich sind wir auch. Wir leben in einer hochtouristischen Region mit zwei sehr starken Saisonen. Darum weisen wir in den Menükarten gesondert auf die regionalen Speisen hin.
Wenn das KochArt Logo neben dem Gericht steht, dann kommt die Zutaten direkt aus den Kitzbüheler Alpen“, erklärt Kurt Tropper. „Somit kann sich der Gast absolut sicher sein, dass nur heimische Produkte für die Zubereitung seiner Speisen verwendet wurden.“

Nachhaltige Workshops

Kochworkshop Kochart
Kochart Kochworkshop mit Simon Taxacher

In speziellen Workshops werden die KochArt Wirte besonders im Bereich Nachhaltigkeit geschult. „Früher war es normal alle Teile des
geschlachteten Tieres zu verarbeiten, heute werden nur mehr die Edelteile verwendet. Dem wollen wir in unseren Workshops entgegenwirken.
Wir setzen hier auf Kollegen die sich im Bereich Nachhaltigkeit und Regionalität engagieren. Gerne erinnere ich mich zurück an unseren
ersten Workshop mit TV-Koch Mike Süsser. Er hat uns innovative Gerichte aus Rindfl eisch gezeigt, die vollkommen ohne Edelteile zubereitet werden“, erzählt Michael Grafl vom Gasthaus Steinberg, KochArt Obmann und Mitglied der ersten Stunde. Auch Simon Taxacher, der mit seinem Restaurant Rosengarten heuer im vierten
aufeinander folgendem Jahr die Höchstwertung (4 Hauben und 19 Punkte) von GaultMillau Österreich erhalten hat, ist von der KochArt Philosophie überzeugt. Er hat die Wirte einst geschult, heute ist er mit seinem Bistro selbst KochArt Mitglied.

Gemeinsam Regionalität fördern

Die Philosophie der KochArt trifft den Nerv der Zeit. Milchpreisverfall, Bauernsterben, der Wunsch nach mehr Regionalität und Nachhaltigkeit hat viele regionale und internationale Medien bewegt über die Tätigkeiten des Vereins
zu berichten. Auch in der Region selbst, wurde die KochArt zu einer echten Institution und so hat die Vereinigung im letzten Jahr Zuwachs bekommen.
Nun arbeiten zwei Vereine unter einer Dachmarke zusammen. „Es macht einfach Sinn gemeinsam an einem Strang zu ziehen und so
noch mehr Aufmerksamkeit für Regionalität und unsere Philosophie zu erzielen“, ist Andi Lechner (Schwarzer Adler Jochberg), Obmann der Kitzbüheler KochArt, überzeugt.

Spezialitäten von Hendl, Almschein & Co

Die Speerspitze der Kommunikation sind die Spezialitätenwochen. Mehrmals im Jahr werden zu unterschiedlichen Themen gemeinsame Aktionen durchgeführt. Von Bio-Hendl, Almschwein
bis hin zum Brixentaler Lamm kommt dann alles aus der Region und wird zum Teil auch eigens für die KochArt Betriebe hergestellt. „Mittlerweile gibt es schon echte KochArt Fans, die die Spezialitätenwochen fi x im Terminkalender eingetragen haben“, freut sich Kurt Tropper. „Das freut uns ganz besonders, denn die Gerichte der Spezialitätenwochen gibt es nur so lange
der Vorrat reicht.“

Quo vadis KochArt?

Und wo geht es hin? Auf jeden Fall gemeinsam voran! „Diesen Sommer haben wir bereits drei sehr erfolgreiche Feste im Zeichen der Regionalität veranstaltet. Für die Zukunft wollen wir noch aktiver auf unsere Gäste zugehen und zeigen, dass heimische Produkte für uns alle eine Bereicherung sind.

Die KochArt Betriebe

Gasthaus Steinberg, Westendorf / Windau
Hotel & Restaurant Alpenhof, Westendorf
Restaurant Thalhof, Brixen im Thale
Restaurant Hotel Reitlwirt, Brixen im Thale
Restaurant Hotel Loipenstub’n, Brixen im Thale
Alpengasthof Labalm, Kirchberg in Tirol
Bistro Rosengarten Light, Kirchberg in Tirol
Restaurant Seefeldstub’n, Kirchberg in Tirol
Restaurant Kupferstub’n, Kirchberg in Tirol
Gasthaus Staudachstub’n, Kirchberg in Tirol
Restaurant Hotel Klausen, Kirchberg in Tirol
Schwarzer Adler, Jochberg
Hallerwirt, Aurach bei Kitzbühel
Berggasthof Bichlalm, Kitzbühel
Berggasthof Hagstein, Kitzbühel
Restaurant s’Pfandl, Reith bei Kitzbühel
Restaurant Hotel Penzinghof, Oberndorf in Tirol
Angerer Alm, St. Johann in Tirol
Restaurant Hotel Unterlechner, St. Jakob i.H.
Gasthof Hotel Großlehen, Fieberbrunn
Restaurant Hotel Alte Post, Fieberbrunn

Mehr Infos unter www.kochart.tirol

Fotos: Kurt Tropper, ÖW Dänemark